Vernissage im Rathaus

Kurz vor Jahresende gab es unsere Vernissage im Rathaus. Die Werke der SchülerInnen des Jahres 2024/25 wurden dank der hervorragenden Arbeit von Frau Peukert ausgestellt. Zur Eröffnung hielt der Bürgermeister Helmut Wenzel eine Rede und auch Frau Peukert selbst sprach inspirierende Worte. Diese Rede wollen wir hier mit ein paar Bildern und dem Flyer veröffentlichen.

Rede:

„Jede Generation will neue Symbole, neue Leute, neue Namen. Sie wollen sich von ihren Vorgängern scheiden lassen“, sagte der Sänger Jim Morrison.

Ob die derzeitige Generation Alpha, die für digitalen Einfluss von Geburt an und neue Formen des Lernens steht, die Generation Z, die als Digital Natives für TikTok und Snapchat gelten, die Millennials, die mit den Werten der analogen Welt geboren und im digitalen Wandel aufgewachsen sind, oder auch die Baby Boomer, die als konsumfreudige und familienorientierte Generation gesehen werden – jede Generation steht für sich und möchte sich durch besondere Werte auszeichnen. Auf ältere Generationen wird schmunzelnd zurückgeblickt. Gleichzeitig sagen ältere Generationen oft platonisch: „Früher war alles besser.“

ABER! Die Schule ist ein Ort, an dem sich verschiedene Generationen begegnen, sich austauschen, miteinander arbeiten und gemeinsam lehren und lernen. Ob alt oder jung! Die Schule schafft den Raum, unterschiedliche Generationen zu begegnen, neue Perspektiven zu erkennen, sich Vorstellungen zukünftiger Generationen zu bilden und nicht nur starr in seiner eigenen ”Generationsbubble” zu leben. Auch diese Ausstellung steht unter dem Titel „Von Alpha bis Z – Generationen im künstlerisch kreativen Austausch“. Es werden künstlerische Werke der Klassen 5 bis 11 ausgestellt, die die Perspektiven und Kreativität verschiedener Generationen zeigen, angeleitet durch Lehrer*innen aus verschiedenen Generationen, beeinflusst durch kunstgeschichtliche Einflüsse und Generationen und nun präsentiert vor weiteren Generationen, an einem Ort, der Zeit und Raum für den Dialog bietet.

Ich freue mich sehr, dass wir die Chance erhalten haben, Kunstwerke der Schülerinnen im Rathaus zu präsentieren. Eine Ausstellung zu organisieren, in der die Werke über den Ort der Schule hinaus gezeigt und wertgeschätzt werden können. Die Ausstellung präsentiert ausgewählte und gesammelte Werke aus dem letzten Schuljahr 2024/2025. Sie zeigt, wie kreativ und vielfältig Schüler*innen arbeiten können, wenn sie den Raum, die Zeit und die Mittel bekommen und Motivation finden. Die Werke zeigen, wie talentiert unsere Schüler*innen sind und übermitteln, wie Arbeiten aussehen können, wenn Begeisterung und Interesse auf das Fach Kunst treffen. Denn Kunst ist ein Fach, das oft mit Begabung betitelt wird. Entweder man hat es, oder man hat es nicht. Das stimmt nicht!

Der Schlüssel zur Kreativität, zur Kunst, ist die Motivation. Schafft man es, die Schüler*innen zu motivieren und ihr Interesse zu wecken, so wird das Handwerk effektiver gelernt. Und Lernen funktioniert nur durch Experimentieren, durch Wiederholen, durch immer wieder Ausprobieren. Durch das Aushalten und Schöpfen von Misserfolgen, durch das Weiterarbeiten, Verbinden und Weiterentwickeln.

Und dann kann aus einer Idee ein Werk werden, das Ausdruck und Kreativität widerspiegelt. Wir hätten noch viele weitere Räume füllen können; so viele außergewöhnliche und kreative Arbeiten hätten wir noch zur Verfügung gehabt. Wir mussten uns auf eine Auswahl beschränken, die gleichzeitig die Vielfältigkeit und die Kreativität der Schüler*innen widerspiegelt.

Das Fach Kunst bietet uns einen projektorientierten Unterricht, in dem die Anleitung und die Einschränkungen der Aufgaben immer weiter mit zunehmendem Alter geöffnet werden und immer mehr Spielraum für die Entwicklung der eigenen kreativen Persönlichkeiten geboten wird.

So kreierten zum Beispiel die 5. Klassen eine kleine Wildnis, orientiert an einem Beispiel von Albrecht Dürer. Sie lernten den Umgang mit Aquarellfarbe. Sie haben mit relativ festen Vorgaben und Bewertungskriterien gearbeitet, aber auch hier ist schon Potenzial für eigene Ideen und Freiräume. Es galt nicht einfach nur zu reproduzieren, sondern eine neue eigene kleine Wildnis zu schaffen.

Ein anderes Beispiel: Bis zur 9. Klasse wurden grundlegende Kompetenzen und Techniken im Fach Kunst geschult. Hier gilt es, Blicke zu erweitern, zu schärfen, kreative Ideen zu fördern, aber auch das Handwerk zu festigen. So gestalteten die 9. Klässler*innen eine surrealistische Traumwelt, in der sie die Epoche mit grafischen Techniken in Verbindung brachten und zu einem selbstgewählten Gegenstand eine kreative Traumwelt erschaffen haben. Freie Spielräume und Interessen in der Gestaltung standen hier im Fokus!

In der 11. Klasse wird der Raum zur Entfaltung der Kreativität noch weiter geöffnet. Dort werden unter festen Bewertungskriterien Aufgaben eröffnet, die Individualität fördern. So entwerfen zum Beispiel 11. Klässler*innen ein Design für ihren eigenen Charakter, indem sie sich selbst nochmal neu kennenlernen und dann Eigenschaften in Form und Farbe umwandeln und ein Modell erstellen.

Als letztes möchte ich mich nochmal bei allen Beteiligten bedanken! Für die Gelegenheit, diese Ausstellung zu machen, einmal aus dem Rahmen der Schule zu gehen und hier im Rathaus einen neuen Raum für die Ausstellung zu haben, in dem künstlerische Arbeiten wertgeschätzt werden können. DANKE!

Wir hören nun noch ein kleines Stück von unseren zwei Schüler*innen aus der 11. Klasse, bei denen ich mich auch nochmal bedanken möchte, dass sie sich bereit erklärt haben, hier zu spielen! Vielen Dank. Danach ist die Ausstellung eröffnet, und Sie dürfen sich die Werke anschauen und auf sich wirken lassen, eine Kleinigkeit trinken und essen und dabei vielleicht interessante Gespräche über die Kunst führen.

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!

Nun möchte ich meine Rede noch einmal abschließen mit den folgenden Worten: „Das Crazy!“, oder wie andere Generationen sagen würden: Das ist wild, das ist lit, das ist echt abgefahren, dass wir diese Ausstellung ermöglichen konnten.

Danke!